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Inhalt
1.
Jannowitz (Riesengebirge)
2.
Der Bahnhof von Jannowitz
3.
Die Wahl des Vorbildes für meine Modelldarstellung
4. Bahnhof Jannowitz/R. als Modell

5.
Übersicht und Link zu den Modulkästen
6. Technische Eckdaten der Module
7. Gleisbau
8. Elektrik
9. Fahrleitung
10. Gebäude
11. Landschaft
12. Signale, Kennzeichen, Laternen, Schilder
13. Figuren und Ausschmückung




Versuchsweises Nachstellen des berühmten Fotos aus Jannowitz auf einem Fremotreffen.
Falsche Lok, schlechtes Licht und nicht stimmige Perspektive.
Aber man kann erahnen, wohin die Reise geht...



1. Jannowitz (Riesengebirge)

Jannowitz (heute Janowice Wielkie)  ist ein Dorf im schlesischen Riesengebirge. Der Ort liegt rund 12 Kilometer östlich von Hirschberg im Bobertal. Zu finden ist er an den Koordinaten (Google Maps z.B.) 50.878687,15.918993.
Obwohl der Ort  bereits 1867 durch die Lage im Hirschberger Tal einen Eisenbahnanschluß erhielt, als der zweigleisige Abschnitt Hirschberg - Dittersbach gebaut wurde, war und ist der rund 1000 Jahre alte Ort wirtschaftlich unbedeutend. In Meyers Koversationslexikon von 1882 z.B. findet der Ort keine Erwähnung.
Der 1928 erschienene "Führer durch den Reichsbahndirektionsbezirk Breslau" beschreibt Jannowitz wie folgt:

km 310,15 J a n n o w i tz, (Riesengeb.) III Kl., Bm., Dorf am Bober, Ober, Nieder, Alt und Neu Jannowitz. 2000 E., bekannter Luftkurort, Sanatorium. Schloß und Park des Grafen Stolberg-Wernigerode. Papierfabrik mit Feldbahnanschl. Springbrunnen in den Bahnhofsanlagen auch im Winter laufend.

Jannowitz hatte also eine eigene Bahmeisterei. Benachbarte Bm saßen in Hirschberg (12 km entfernt) und Merzdorf (8 km entfernt), daß läßt auf Größe und Ausstattung schließen, der Standort der Bm auf dem Bahnhof ist mir aber noch nicht ganz klar.
Zum Kriegsende bestand Jannowitz dann aus den Ortsteilen Ober-Jannowitz, Nieder-Jannowitz, Alt-Jannowitz, Neu-Jannowitz, der Siedlung und den Weigel'schen Gärten. Insgesamt gab es rund 140 Wohngebäude im Ort, darin wohnten etwas etwa 2200 Einwohner.

2. Der Bahnhof von Jannowitz
Für die Anlage des Bahnhofes waren 1865 bis 1867 erhebliche Erdarbeiten nötig. Östlich wurde ein Einschnitt durch die Felsen geschlagen. Der Abraum wurde genutzt, um etwa von Bahnhofsmitte Richtung Hirschberg das Gelände im Bobertal aufzuschütten um so eine Ebene für die Gleisanlagen zu schaffen. Das ist auf den Bildern aus den 60er Jahren des 19. Jh. gut zu erkennen, es gibt nur Brachflächen um den Bahnhof herum.
Die Gleisanlagen wurden nach der Eröffnung praktisch nie erweitert. Von Anfang an verfügte der Bahnhof über zwei Durchgangsgleise, ein Gütergleis, ein beidseitig angeschlossenes Ladegleis und zwei Stumpfgleise mit Kopframpen. Erweiterungen gab es dagegen am Empfangsgebäude. Der Seitenflügel war ursprünglich eingeschossig, er wurde um 1880 aufgestockt und erweitert, um 1885 erfolgte ein hölzerner Anbau am Ostflügel für die Bahnhofswirtschaft. Außerdem wurde 1897 ein Fachwerkschuppen errichtet, er diente für den Warenumschlag der 1898 eröffneten Papierfabrik der "Schlesischen Cellulose- & Papierfabriken". Für deren Anschluß, sie lag südlich des Viaduktes direkt am Bober, wurde schon während des Baues eine Feldbahn mit 600 mm in Betrieb genommen.
Ebenfalls im 19. Jh. wurde noch die Sägemühle des Grafen in Betrieb genommen, auch wurde ein Teil des in der Grube  „Dorothea“ gewonnenen Blei- und Pyriterzes in Jannowitz umgeschlagen.
Auch wenn sich in den folgenden Jahren noch einige kleinere Betriebe ansiedelten, blieb die Anlage ein Bahnhof III. Ordnung. Der aus Bruchsteinen erbaute Güterschuppen genügte bis zuletzt dem Güterverkehr, den die Hühnerfarm Piontek, zwei Sägemühlen, drei Kohlenhandlungen, zwei Tischlereien und viele andere kleinere Unternehmen generierten. Zwar war die westliche Stirnwand 1867 des Güterschuppens für eine Erweiterung vorbereitet, diese wurde aber nie notwendig.



Nützliche externe Links zum Vorbild:


Jannowitz gestern & heute
Das polnische Jannowitz
Polnisches Katasteramt
(Suchbegriff "Janowice Wielkie")
Das Eigentümer-Verzeichnis von 1946/
Übersicht über die Gewerbe im Ort







3. Die Wahl des Vorbildes für meine Modelldarstellung
Für die Wahl dieses Vorbildes gab es mehrere Gründe. Ursprünglich wollte ich den zehngleisigen, wenn auch kleinen Güterbahnhof Fellhammer auf Modulen bauen. Da ich aber schon über 40 war und meine Baugeschwindigkeit realistischer einschätzte als noch 20 Jahre früher, nahm ich auch aus Platzgründen von Fellhammer Abschied. Ihn hätte ich nie im Hobbyraum aufstellen können. Trotzdem wollte ich nach Möglichkeit einen Teil der zweigleisigen Hauptstrecke darstellen. Und ich wollte wenigsten einen Teil des Modulbahnhofes in die Anlage integrieren. Zwischen Görlitz und Dittersbach gab es eine Reihe kleinerer Bahnhöfe mit wenigen Gleisen, die ein geeignetes Vorbild abgeben. Nun stand bei fast allen Bahnhöfen aber als Aufgabe, Querjoche zu bauen. Wenn Querjoche errichtet werden, ist die Anfertigung derselben ein zeitaufwendige und kostspielige Angelegenheit. Neben zahlreichen Ätzteilen für Isolatorböcke und Hängestützen hätte ich auch über 100 Zweieraggregate benötigt. Diese Isolatoren gab es kurzfristig mal in Kleinstserie als Kunstoffteil, ich hatte nicht genug beschafft und hätte daher diese Isolatoren alle drehen müssen. Und das wollte ich mir nicht antun!
Außerdem reizte mich die spezielle Fahrleitungsbauart in Jannowitz. Die Siemans-Schuckert-Werke hatten 1919 den Bahnhof mit einer Querseilaufhängung ausgerüstet. Damit wollte man die bekannten Nachteile der Querjoche vermeiden
So fiel die Entscheidung leicht, außerdem planten zum Zeitpunkt der Entscheidung einige andere Modellbahner Module mit Fahrleitung und ich entschied mich daher für etwas Abwechselung und die vermeintlich leichter zu errichtende Querseilaufhängung...

4. Bahnhof Jannowitz/R. als Modell
Meine aktuelle Interpretation des Bahnhofes Jannowitz ist trotz aller Mühe keine exakte Umsetzung im Maßstab 1:87. Es beginnt damit, daß meine Modellumsetzung vollständig in der Geraden liegt. Trotz der 10 m Länge ist der Bahnhof in der aktuellen Version um etwa 40% zu kurz.
Dazu gibt es einige Abweichungen, die andere Gründe haben. Die Darstellung der Bober ist bislang noch offen, weil ich die benötigte Tiefe für den Viadukt nicht habe, die Richtung Merzdorf existierende DKW habe ich aus Gründen der Betriebssicherheit vermieden und der Wasserkran am Wärterstellwerk/ heute Posten 12 steht nicht zwischen Gleis 2 und 4 (weil ich mit Dampflokmodellen rechnen muß, die im Zylinderbereich nur die NEM einhalten),  um nur einige zu nennen.


Auch ist die Faktenlage für die 20er Jahre sehr dünn, so daß ich bei der Gestaltung auch auf Informationen und Photographien aus den beiden benachbarten Jahrzehnten zurückgreifen mußte. Mir standen 4 Fotografien aus preußischer Zeit zur Verfügung, auch gibt es 3 Bahnhofsaufnahmen mit Fahrleitung. Aus dem Jahre 1982 konnte ich einen Bahnhofsplan ergattern und dann war ich 2010 selbst vor Ort, machte einige Fotos und vermaß das EG sowie die Standorte der Nebengebäude.

Als Teil der Heimanlage besteht Jannowitz aus den drei Modulen 103, 105 & 107, die Weichenverbindungen und Einfahrsignale liegen im Bogen auf dem festen Anlagenteil.
Als Betriebsstelle auf Reisen kommen die 101, 102 und 108 dazu, in ferner Zukunft könnte der Bahnhof durch die geplanten Module 104 & 106 wachsen. In der kurzen Variante liegt die Gleislänge zwischen 5 und 3 Metern, das hat sich im FREMO-Betrieb als völlig ausreichend erwiesen, so daß eine Erweiterung höchst unwahrscheinlich geworden ist.

2016 existieren diese sechs Modulkästen:





Östlicher Bahnhofskopf Richtung Dittersbach.
Durchstich durch einen Berg, Wegübergang und Ladegleise.

Bahnhofskopf Ost, Bahnsteige
Weichenstraße, Gleiswaage und Ausfahrsignale.
Empfangsgebäude, Bahnsteige,
Güterschuppen und Rampen.
Ende des Ladegleises, gesichert durch einen Gleissperre,
Ladestraße und Wärterstellwerk.
Ausfahrsignale Richtung Hirschberg, Unterführung der Feldbahn
sowie des Kanals zur Papierfabrik.
Westlicher Bahnhofskopf Richtung Hirschberg,
Einfahrsignal.

 




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